szenenbeispiele

1. Exposition Film: Archivmaterial der Sixtinischen Kapelle bearbeitet vom Videokünstler Bill Morrison. Der Spezialist für verfallenes Archivmaterial lässt Bilder einer dunklen Epoche wiederauferstehen und suggeriert einen Blick aus der Zukunft, aus dem Jahr 2050, auf das Jahr 1980 und die Zeit, in der die Restaurierungsarbeiten an der Sixtinischen Kapelle begannen. Porträt von 1980 als alt und zerfallend. Dazu, fast unmerklich leise, Ansätze eines Klanglandschaft, Unterwassermusik.

2. Musik: In den Strudel der in den offenen Raum projizierten grossen Bilder erklingt ein jugendliches Lied von Claudio Monteverdi für Barockgesang und barocke Instrumente. Der Blick aus der Vergangenheit nach vorne, Eindruck von 1600 als jung und frisch.

2a: Für die Popsängerin Ane Brun umgeschriebener Song von Henry Purcell. Porträt einer Zeitreisenden.

3. Text: Der Restaurator hält in der Gegenwart, 2007, einen Vortrag über die Restaurationsarbeiten an den Fresken Michelangelos. Dessen Briefe und anderes Privatmaterial fliessen übergangslos in den Vortrag hinein.

4. Musikalische Entwicklungen: Instrumental: Die jung erscheinende Barockmusik von Nicola Matteis altert auf einer paradoxen Zeitschiene hinein ins Jahr 1890, ein wehmütig-nostalgischer Hauch wendet sich ins Bittere, wenn die Musik ganz zerfällt. Danach ein „Face-lifting" zurück zur jugendlich-hellen Restauration. Hinein mischt sich ein unheimliches Dröhnen, eine leise aber unerbittliche Erinnerung. Und die Weiterentwicklung zu einem transbarocken Stück. Vokal: die von der Barocksängerin vorgetragenen Lieder werden dunkler (Lieder von Sigismondo d'India) während die Popsängerin ein helles Lied von Purcell singt, begleitet von der Theorbe.

5. Die beiden Sängerinnen geraten in Streit, Persönliches rückt ins Zentrum.

6. Einwürfe aus der Text- und Bildebene verflechten sich in die Musik.

7. Transformationen zwischen Restauration, ReImagination, Verklärung und Zerfall (zwischen analoger Verwitterung und digitalem Absturz)

8. zweiter Filmblock, persönlicher, die Sängerinnen und ihre Geschichten stehen im Zentrum; Blick zurück aus dem Jahr 2117.